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Zum ersten Mal eine Verhütungspanne?

 

Das solltest du über die Notfall-Pille(n) wissen

Was ist die Notfall-Pille und wie wirkt sie?

Es gibt nicht die eine Notfall-Pille (auch Pille danach genannt), tatsächlich gibt es zwei verschiedene Wirkstoffe, die in der Notfallverhütung zum Einsatz kommen: Levonorgestrel und Ulipristalacetat. Beide Wirkstoffe haben leicht unterschiedliche Wirkungsmechanismen. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sowohl Levonorgestrel als auch Ulipristalacetat verschieben den Eisprung um 5 Tage. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, ist die Notfall-Pille – egal mit welchem Wirkstoff – unwirksam und kann nichts mehr ausrichten. Der große Unterschied der zwei Wirkstoffe liegt im Wirkfenster: Während die Pille danach mit Levonorgestrel bis zu 72 Stunden (3 Tage) nach der Verhütungspanne eingenommen werden kann, kann die Pille danach mit Ulipristalacetat bis zu 120 Stunden (5 Tage) danach eingenommen werden. Das Wirkfenster bedeutet nicht, dass man warten sollte, wichtig ist die Notfall-Pille so schnell wie möglich einzunehmen. Die höchste Wirksamkeit ist 12 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr gegeben.

Eine Frau, die nicht hormonell verhütet, kann an bis zu 6 Tagen pro Zyklus schwanger werden. Warum 6 Tage? Nach dem Eisprung ist die Eizelle für 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Das fruchtbare Fenster der Frau ist also maximal 1 Tag lang. Hinzu kommt die Überlebensfähigkeit der Spermien des Mannes, die bis zu 5 Tage im Körper der Frau überleben können. Wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr ein paar Tage vor dem Eisprung stattfindet, kann es also trotzdem zu einer Schwangerschaft kommen.
 

Zyklus ohne Pille


Die Krux an der Sache: Kaum eine Frau hat einen monatlich gleichmäßigen Zyklus von 28 Tagen. Somit lässt sich der Tag des Eisprungs bzw. das fruchtbare Fenster der Frau nur schätzungsweise eingrenzen, auch wenn man kein Zyklustracking betreibt. Auch bei Frauen, die hormonell verhüten und beispielweise vergessen haben die Pille zu nehmen oder den Verhütungsring einzusetzen, kann der Empfängnisschutz nicht mehr gegeben sein. Deswegen ist im Zweifel die Pille danach das Mittel der Wahl, wenn eine ungewollte Schwangerschaft verhindert werden soll. Eine Alternative zur Notfall-Pille stellt die Einlage einer Kupferspirale durch den Frauenarzt bis zu 5 Tage nach der Verhütungspanne da.

Die Notfall-Pille gibt es mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffen

Sie sollte schnellstmöglich nach der Verhütungspanne eingenommen werden.

Wirkstoff
Levonorgestrel

Einnahme
bis zu 72 Stunden (3 Tage) nach Verhütungspanne

Wichtig
Stillpause von 8 Stunden nach der Einnahme einlegen

Wirkstoff
Ulipristalacetat

Einnahme
bis zu 120 Stunden (5 Tage) nach Verhütungspanne

Wichtig
Stillpause von 7 Tagen nach der Einnahme einlegen

Die Fahrtauglichkeit kann nach der Einnahme eingeschränkt sein

Der Zyklus nach Einnahme der Notfall-Pille

Die Notfall-Pille bedeutet für den Körper eine kurzzeitig erhöhte Hormonzufuhr, die den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen kann. Die nächste Blutung kann zu früh, regulär oder zu spät eintreten. Es kann also passieren, dass die Menstruation nach Einnahme der Notfall-Pille erst mit einigen Tagen Verzögerung, dann aber in normaler Stärke eintritt. Ist die reguläre Blutung jedoch 5 Tage nach dem erwarteten Termin noch nicht eingetreten, sollte ein Schwangerschaftstest gemacht bzw. die Frauenärztin oder der Frauenarzt aufgesucht werden. Auch wenn die Blutung nach Einnahme der Notfall-Pille nur sehr schwach oder ungewöhnlich stark auftritt, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Spannungsgefühle in der Brust hinzukommen, ist ein Arztbesuch empfehlenswert, da dies Anzeichen für eine Schwangerschaft sein können.
 

Verträglichkeit der Notfall-Pille

Es kann nach der Einnahme unter anderem zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Spannungen in der Brust oder Schmierblutungen kommen. Üblicherweise klingen diese Symptome aber innerhalb von 48 Stunden nach der Einnahme wieder ab. Falls die Nebenwirkungen zu stark werden, ist es empfehlenswert, ärztlichen Rat einzuholen. Falls es innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme zu Erbrechen kommt, sollte eine zweite Notfall-Pille eingenommen werden, da es sein kann, dass die erste mit dem Erbrochenen ausgeschieden wurde und nicht mehr wirken kann.
Frauen, die von einer Überempfindlichkeit auf Levonorgestrel, Ulipristalacetat oder einen der sonstigen Bestandteile betroffen sind, dürfen die jeweilige Notfall-Pille nicht einnehmen bzw. sollten die Einnahme unbedingt vorher mit einem Arzt besprechen.

Wo ist die Notfall-Pille erhältlich?

Die Pille danach ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Bevor die Notfall-Pille in der Apotheke abgegeben wird, findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt. Wenn du das 22. Lebensjahr noch nicht vollendet hast, kann die Pille danach wie die Antibabypille von der Krankenkasse erstattet werden. Du kannst dir bei deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin ein Rezept für die Notfall-Pille ausstellen lassen und in der Apotheke abholen. Wenn du kein Rezept hast, musst du die Notfall-Pille selbst bezahlen. Je nach Wirkstoff und Anbieter bewegen sich die Kosten zwischen 14 € und 37 €. Wenn du auf deinen Geldbeutel achten möchtet, frag gerne in der Apotheke nach preiswerten Anbietern der Pille danach.

Apotheke

Fakten zur Notfall-Pille

  • Die Notfall-Pille oder Pille danach gibt es in mit unterschiedlichen Wirkstoffen: Levonorgestrel und Ulipristalacetat.
  • Die Notfall-Pille sollte schnellstmöglich eingenommen werden. Bestenfalls 12 Stunden nach der Verhütungspanne. 
  • Die Notfall-Pille ist keine Abtreibungspille! Sie wirkt nur, wenn der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Ist bereits eine Schwangerschaft eingetreten, hat die Pille danach keine Wirksamkeit.
  • Die Pille danach bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Du bekommst die Notfall-Pille rezeptfrei in der Apotheke und musst diese selbst bezahlen. Je nach Präparat kostet diese zwischen 14 und 37 €. Tipp: Frag in der Apotheke nach einem preisgünstigen Hersteller.
  • Frauen unter 22 können sich beim Gynäkologen ein Rezept für die Pille danach ausstellen lassen und bekommen diese in der Apotheke kostenlos. Im Alter von 18 bis 21 Jahren fällt zusätzlich die Rezeptgebühr von 5 € an.

Wann lieber zur Ärztin oder zum Arzt gehen?

Solltest du an Leberfunktionsstörungen oder einer chronischen Darmerkrankung wie z.B. Morbus Crohn leiden, solltest du die Einnahme der Notfall-Pille ärztlich abklären. Auch bei einer vorausgegangenen Eileiterentzündung oder -schwangerschaft ist Vorsicht geboten und die Notfall-Pille nicht empfohlen.

Arztgespräch

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